Kinder sind neugierig, aber nicht immer beim Essen. Ein Spiel mit Geschmacksproben kann daran etwas ändern. Wenn Probieren zum Spiel wird, verliert es den Druck, und Kinder trauen sich eher, etwas Neues zu kosten. Ein solches Spiel eignet sich für Kindergeburtstage, für Regentage oder einfach als Beschäftigung am Nachmittag. Es braucht wenig Vorbereitung und viel gute Laune.
Bereite mehrere kleine Schälchen vor. Darin liegen Dinge, die sich im Geschmack deutlich unterscheiden: etwas Süsses wie Beeren oder Apfel, etwas Saures wie Zitrone, etwas Salziges wie eine Salzstange, etwas Knackiges wie Gurke. Achte darauf, dass es kleine Stücke sind, damit sich niemand verschluckt. Die Kinder dürfen mit offenen oder verbundenen Augen probieren und raten, was es ist.
Regeln und Stimmung
Erkläre die Regeln vorher: Jeder darf probieren, aber niemand muss. Wer etwas nicht mag, spuckt es in eine Serviette oder legt es weg, ohne dass jemand darüber lacht. Lobe das Mitmachen, nicht den Geschmack. Kinder lernen schnell, wenn sie sich sicher fühlen. Ein Spiel, das niemanden zwingt, bringt am Ende mehr als ein Spiel mit Druck.
Frage die Eltern vorher, ob ein Kind Allergien hat oder bestimmte Dinge nicht essen darf, und richte die Auswahl danach aus. Bei Unsicherheit lässt du das betreffende Lebensmittel lieber weg. Beschrifte die Schälchen für dich, damit du im Notfall weisst, was drin ist. So bleibt das Spiel ein Vergnügen und wird nicht zu einer Sorge.
Lass die Kinder Vermutungen anstellen. Ist es süss oder sauer? Weich oder hart? Kalt oder warm? Solche Fragen schärfen die Sinne und erweitern den Wortschatz. Man kann auch Punkte vergeben oder ein Blatt führen, auf dem die Kinder ihre Lieblinge einzeichnen. So merken sie, wie unterschiedlich Geschmäcker sind und dass jeder etwas anderes mag.
Zum Schluss darf jedes Kind ein Lieblingsschälchen auswählen und davon noch etwas essen. Vielleicht entdeckt es einen neuen Favoriten, der später auch auf dem Familientisch landet. Wiederhole das Spiel von Zeit zu Zeit mit neuen Zutaten. Was einmal nicht gefallen hat, gefällt beim nächsten Mal vielleicht schon, weil sich der Geschmack verändert und die Neugier bleibt.